Sonntag, 26. August 2018

Warum wir ein Motorboot haben./ Was bisher geschah.

Bis heute und hier (Ijmuiden in der Nähe von Amsterdam) haben wir (nur) ca. 360 nautische Meilen (= ca. 670km) zurückgelegt.
Davon sind wir (gezwungener Weise) etwa 250 nm, also ca. 70% mit Motor(en) unterwegs gewesen.
Immerhin schaffen wir mit diesem Schiff jetzt gut 10kn Geschwindigkeit, unter Volldiesel.
Vorher waren das gerade mal 8 Knoten.
Das ist jedoch nicht ursächlich für den Charakterwechsel unseres Bootes.
Vielmehr gab es bisher nur 3 Strecken mit ansonsten passenden Bedingungen (Seegang, Temperaturen …), auf denen uns der Wind nicht genau von vorne entgegenblies.
Dann konnten wir segeln. Jedoch nur die erste Strecke (Rostock-Kiel), mit achterlichen, leichten Winden, genießen.

Nun haben wir seit bald einer Woche täglich starken Wind mit Böen bis zu ca. 30kn.
Da wird schon mal das Dingi angehoben. Es wiegt ca. 75 kg.
Heute Nacht soll hier noch ordentlich draufgelegt werden. Ich habe das Boot bereits doppelt mit Tampen gesichert.
Es bläst stets aus Südwest oder West. Manchmal für wenige Stunden (was nicht ausreichend zum Weitersegeln wäre) aus Nordwest.
Regen sehen wir bisher fast jeden Tag in erheblichen Mengen, meistens zusammen mit den heftigen Böen, die das Rigg in heftige Schwingungen versetzen und damit das ganze Boot erzittern lassen. XDS nimmt es gelassen.
Draußen betragen die Wellenhöhen bei diesen Bedingungen meistens ca. 2-3 Meter.
Das muss und sollte man sich nicht antun.
Daher warten wir, harren aus. In diese, für uns neue, Tätigkeit müssen wir uns erst einarbeiten. Noch sind wir in der Probezeit. Wir werden das schon schaffen!
Außerdem ist es kühl. So um die 15-17°C, tagsüber, zzgl. Sonne wenn vorhanden, abzüglich Verdunstungskälte.

So erstaunt es auch nicht, dass dieser riesige Yachthafen (650 Liegeplätze, ein Projekt aus den 90ern), als erster auf der bisherigen Strecke, nicht annähernd ausgelastet, ja nur etwa halbvoll, ist.
Auf den ostfriesischen Inseln haben wir noch jeweils gerade so den letzten freien, für uns passenden, Liegeplatz bekommen. Was für ein Glück.
Und was für ein Kontrast zu diesem Ort, von dem wir nicht wussten, dass hier offenbar stets unangenehmeres Klima herrscht und man sich daher schon lange vorher auf die freie Liegeplatzwahl freuen kann.

Uns und dem Boot geht es trotz dessen gut. Wir üben entspannter zu werden, beschäftigen und bilden uns (siehe andere Posts).
Ich halte hin und wieder etwas instand (gebrochene Segellatte, Keilriemen, LED-Beleuchtung) oder lasse mir dabei helfen (Reffgurte beim Segelmacher).
Amsterdam ist direkt "um die Ecke" und sehr sehenswert. Und es riecht fast durchweg irgendwie grasig. Wir waren 2 mal dort.
Gestern haben wir 80 Jahre alte Bunkeranlagen in den Dünen besichtigt. Die (ersteren) liegen hier einfach so rum. Man stolpert darüber.
Heute waren wir kiten in 1-2 Meter hoher Brandung. Anspruchsvoll.

Das bisherige Resümee, vornehm formuliert:
Ein guter Beginn mit dem Potential einer Einbahnstraße.
Es kann nur besser und weitaus schöner werden.
Prima!

Zudem lautet die Devise weiterhin: Unser Schiff soll leichter werden!
So geht Ricarda am kommenden Dienstag morgens, wegen geschäftlicher Termine, für wenige Tage von Bord.
Und - Wie passend ! - am 28.08. (ja eben dieser Dienstag) soll es nun endlich ruhigeres Wetter und ein passendes Windfenster geben, um bis zum Ein- (bzw. von hier aus gesehen dem Aus-) gang des Ärmelkanals, ohne erhebliche Motorennutzung, segeln zu können.
Alles kommt, wie es kommen soll.
Ich bleibe optimistisch, dass diese Bedingungen auch eintreffen.
Tafeldienst hat dann der Schmalhans.





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