Sonntag, 19. August 2018

Ostfriesische Inseln

Wir verlassen den NOK, setzen auf der Elbe Segel, passieren Cuxhaven und nähern uns den Ostfriesischen Inseln.
Mit Wind von schräg vorn stampfen wir durch die Wellen. Belinda und ich liegen auf unserer Insel und Stefan navigiert uns durch die Nordsee. Sie ist, wie die Vorurteile es immer versprechen: stürmisch und kalt. Als der Wind dann direkt von vorn weht helfen nur noch unsere beiden Motoren. Vor Wangerooge empfängt uns eine Robbe, die wie ein Kegel schaut, wer da kommt. Sooo süß…
Am nächsten Tag schaffen wir es bis Norderney, den ganzen Tag fahren wir mit Motoren, dabei sind wir doch eigentlich Segler. Aber wir sind froh, dass der Wind nachgelassen hat und wir so eine Chance bekommen, weiter gen Westen zu reisen. Die Gezeiten sind zumindest auf unserer Seite, wir kommen deutlich schneller voran, da uns das ab- bzw. auflaufende Wasser hilft.
Beide Inseln besuchen wir zum ersten Mal und freuen uns über die Vogelvielfalt.
Auf Norderney verabschieden wir uns von Belinda, schluchz. "Es war so schön, dass du uns begleitet hast.“
Und unser Plan, nun Borkum zu erreichen, scheitert am starken Sürdwestwind. Wir nutzen den Tag zur Entspannung, Stefan bringt mit viel Durchhaltevermögen unser Navigationssystem auf Trapp und nachmittags gehe ich noch eine Stunde Windsurfen. Das Kiten ist aufgrund der Nationalparkbestimmungen nur am Nordstrand möglich und das geht bei schräg ablandigen Wind nun gar nicht. So kommt ihr immerhin in den Genuss eines neuen Posts (Oder wie ist der Genitiv von post?). Morgen wollen wir nun wirklich weiter, ab jetzt zu zweit, mal sehen ob es klappt.


Das Niedersächsische Wattenmeer wurde 1986 zum Nationalpark erklärt und schützt alle Inseln sowie Seemarschen, dabei insbesondere das Watt, die Sandbänke, Salzwiesen, Strände, Dünen, Flussmündungen sowie die Flora und Fauna. Immerhin ist das Wattenmeer nach dem Regenwald das zweitproduktivste Ökosystem der Erde.
Die Inseln entstanden aus Sandbänken, auf denen der Wind Sand zu Dünen aufblies, die sich durch den Bewuchs von Pflanzen hielten und vergrößerten und später besiedelt wurden. Alle Entwicklungsstufen der Inseln kann man heute noch sehen, von der unbewohnten Sandbank bis zur Urlauberinsel.
Wangerooge (Wanga = Wiese und Oog = Insel), die Wieseninsel ist knapp 8 qm groß und komplett autofrei. Es gibt Radwege, Fußwege, aber keine Straßen. Das ist schon sehenswert und wirklich ungewöhnlich.
Norderney, die neue Insel des Nordens ist hingegen die jüngste Insel, dafür jedoch komplett nobeltouristisiert. Die Insel Buise bricht 1362 während der Marcellusflut auseinander und der östliche Teil wird Oesterende genannt. Während Buise immer kleiner wird und 1651 (Petriflut) versinkt, wird im 16. Jh. Oesterende in Norderney umbenannt und erst zum Sommersitz der Fischer, dann zum Fischerdorf mit Kirche und nun kennen wir nur noch die Touriinsel mit großen Hotels, Gosh und Gucci sowie gepfefferten Preisen.
Alle Inseln sind ein wahres Vogelparadies mit 10 bis 12 Millionen Vögeln. Einige verbringen ihre Mauserzeit hier, andere brüten in den Schutzgebieten und viel haben es sich hier ganz eingerichtet. So kann man auch immer Fotografen und Ornithologen mit großen Objektiven und Ferngläsern beobachten.







1 Kommentar:

  1. Es war so schön bei euch :) bis zum nächsten Mal!
    Und viel Durchhaltevermögen und guten Wind bis ihr endlich in warmen Gewässern seid :)

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