Rückrufe vom Motorenservice lauteten in etwa wie folgt:
"Da dreht sich nüscht mehr! Der Kraftkopp ist fest ... Wer hatn den zuletzt gefahren? ... Dat is ein 4-Takter, da mutt Öl rein, 1:100 ... Ich krieg den Block nicht getrennt ... Hier iss Salzwasser drin gewesen ... die Königswelle iss nicht zu bewegen ... alles festgesottet, nix geht mehr."
Ich konnte nur entgegnen: "Letztes Jahr lief er noch, Öl habe ich stets dazugegeben, aber richtig gut klang der Motor nie.". Genützt hat das nichts (mehr).
Das war am Donnerstag, 5 Tage vor dem nächsten Wetterfenster/ unserem Wunsch-Starttermin.
Freitag früh habe ich einen Elektromotor bestellt.
Nur noch 3PS (anstatt 10), leise, keine Schmiererei, kein Benzin, wartungsfrei, deutsches Produkt, viel (60%) leichter etc..
Also nahezu alles besser. Nur rasen können wir nun nicht mehr mit dem Beiboot.
Dieser Umstand stört uns - erstaunlicher Weise - nicht. Offenbar sind wir nun doch schon zu den Älteren zu zählen.
Das Einkranen am Montag verlief zwar etwas kribbelig, besonders als der Katamaran direkt über den Volvo ins Wasser gehoben wurde, aber ohne besondere Vorkommnisse.
XDS schwimmt beruhigender Weise auch, lediglich der Unterwasseranstrich sollte eigentlich etwas höher herausschauen.
Die Ursache? Das Boot wiegt 1000kg mehr als beim Auskranen.
Nein, dass sind nicht die "Extensions". Die habe ich vorher an anderer Stelle gewichtsseitig eingesparrt/ ausgeglichen (Waschmaschine raus, Superlight-Fender, Schwerter optimiert, Relingsseile gegen Dynemma getauscht, nun ja außerdem auch noch den Dinghymotor verkleinert ...).
Eine Tonne wiegt offenbar ein reduzierter deutscher Haushalt für 2 Personen, ohne Schränke und mit noch nicht ausreichend ausgebildetem Entscheidungswillen zur Trennung von Unnötigem.
So haben wir z.B. für unterschiedliche Getränke auch unterschiedliche Gläser an Bord. Sogar Zinnbecher. Außerdem müssen noch jede Menge selbstgemachte Marmeladen aus dem Hinrichsdorfer Garten vertilgt werden. Die Gläser scheinen schwerer als der Inhalt zu sein.
Wahrscheinlich sind zudem viel zu viele Paar Schuhe, Jacken und T-Shirts sowie Bettdecken dabei.
Aber auch unser Drang zur Abkehr von den nichterneuerbaren und gern explodierenden Energieträgern führt u.a. zu Mehrgewicht. So sind ausreichend Solarzellen ergänzt, um auch einen kleinen Induktionsherd zu betreiben. Vielleicht können wir also auch auf Gas verzichten.
Siehe letzter Post: Unser Schiff soll leichter werden!
Dann haben wir gestern den Wassertank gefüllt und die Druckanlage eingeschaltet.
Das sprengte die Duscharmatur aus der Wand. Überwurfmutter gerissen, Altersschwäche.
Die entsprechende Bilgenpumpe reagierte sofort, konnte das Wasser jedoch nicht außerbords bringen. Das Ventil war mit Haaren der Voreigner sowie anderen Ablagerungen verstopft.
Die Waschbeckenarmatur der Küche tropfte auch.
Also noch schnell zum Baumarkt. Wozu sollte man sich auch mal etwas Ruhe gönnen?
Es gibt übrigens gefühlt hunderte Dusch- und Küchenarmaturen.
Nicht gerade förderlich, wenn am gleichen Tag um 14.00 Uhr das Auto verkauft/ abgeholt wird.
Abends hatten wir dann trotz dessen eine schöne Verabschiedung.
Leider war der am Freitag versandte Elektromotor gestern (Dienstag) noch nicht eingetroffen.
Somit kam der für heute gesplante Start - mit dem dafür offenen Südwindfenster - nicht mehr in Frage.
Aber alles kommt wie es kommen soll.
Wir haben also heute Vormittag eine Ausfahrt auf die Ostsee gemacht, um das Passatsegel in der Schmetterlingskonstellation mit der Fock zu testen.
Nein, es ist wirklich nichts kaputt gegangen. Beide Segel funktionierten hervorragend und einfacher als gedacht.
Aber der Wind drehte bereits kurz vor unserem Eintreffen an der Mole kräftig auf West/Nordwest.
Das wäre also ohnehin nichts geworden mit der Abfahrt an einem 08.08.2018 ;-)
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