„Ayubowan!“, die singhalesische Begrüßung bedeutet in etwa „Mögest du lange leben!“. Wir sind auf Sri Lanka, der Insel, die auch Perle oder Träne Indiens genannt wird und fahren 4 Stunden mit dem Bus durch das Land, um den Tempel in der alten Königsstadt Kandy zu sehen. Es lohnt sich, auch wenn wir dann wieder 4 Stunden zurück mussten.
„Nun gehst du aber noch mal deine Hände und deinen Mund waschen.“
Mein Mann steht noch immer mit dem Fotoapparat auf der kleinen Wiese und weiß nicht so richtig, ob er das eben Geschehene gut finden soll. Aber ich komme strahlend auf ihn zu und so bringt er es nicht übers Herz, mich noch weiter zu belehren. Sicherlich hat er gerade mindestens zehn Argumente im Kopf, warum man so etwas nicht macht.
Während unser Bus auf den Parkplatz fährt, sehe ich bereits den alten verschrumpelten Mann mit schmutzigem Turban und Lendenschurz auf der Wiese sitzen. Neben ihm hopst ein kleiner Affe herum, angezogen mit Oberteil und Hose. „Dieses Bild kenne ich doch bereits aus einigen Filmen.“ Also nutze ich die Toilettenpause, um mir dieses lustige Paar näher anzuschauen. Vorsichtig und langsam nähere ich mich und das Äffchen hüpft an seiner Leine, die ihn mit seinem Herrchen verbindet, wie ein Flummi ungeduldig hin und her. „Ob er mich beißt oder an meinen langen Haaren zieht, wenn ich zu nahe heran trete? Hat er vielleicht ansteckende Krankheiten?“ Das zahnlose Lächeln des singhalesischen Opas macht mir Mut. Und schon klettert sein kleiner Freund behände an meiner weiten Kleidung hoch, setzt sich auf meine Schulter, schaut sich um, fasst mit seinen kleinen samtigen Fingern an mein Ohr, auf meine Wangen und schaut sogar neugierig, ohne Hemmungen unter meiner Unterlippe nach. Was er da wohl sucht? Seine Hände sind so klein und ich spüre seine flaumigen winzigen Finger. Nun ist seine Neugier befriedigt und er thront ruhig auf meiner Schulter. Mein Mann lässt mich nicht aus den Augen, hat alles genau beobachtet und inzwischen auch den Fotoapparat gezückt. Inzwischen öffnet der alte Mann, im Schneidersitz auf der Wiese sitzend, auch noch den kleinen Korb neben sich. Der ist mir gar nicht aufgefallen. Heraus schnellt der Kopf einer Kobra, die sich erst einmal umschaut und zischt. Das nun einsetzende Flötenspiel des Mannes beruhigt die Schlage. Sie bleibt im Korb und wendet sich der Musik zu. Nun wird der Korb immer wieder so gedreht, dass wir die gefährliche und wunderschön gemusterte Schlange auch von vorn bewundern können. Dem Äffchen wurde es inzwischen zu langweilig auf meiner Schulter. In seinem Übermut sprang es zu dicht neben der Schlange herunter, die fast zu schnell für das Auge zustößt. Aber auch der kleine Kerl ist schnell und so passiert ihm nichts. Stolz ist er offenbar auch, denn den Angriff lässt er nicht auf sich sitzen. Blitzartig springt er die Schlange an und verteilt eine Kopfnuss um sich sofort wieder in Sicherheit zubringen.





Was ein cooles Erlebnis!
AntwortenLöschenUnd? Hände gewaschen 😉
Na klar :-)
AntwortenLöschen