3 schöne Tage verleben wir in dieser beeindruckenden Stadt und dem Boot.
Dann geht Ricardas Flug zurück nach Deutschland.
Passend dazu öffnet sich ca. 5 Stunden später (heute) ein sehr gutes Wetterfenster zur Querung der Biskaya.
Ich starte gegen 1100 Ortszeit.
Es erwarten mich laut Vorhersage ca. 5 Tage angenehmes Segelwetter.
Ruhiger kann die Biskaya wohl kaum bewältigt werden.
Der Wind ist dann meistens schwächer als angekündigt und weht nur mit 4-8 Knoten.
Ich mache 4-6 Knoten Fahrt. Entspannung auf der ganzen Biskaya.
Aber auch Flaute und Nebel.
Als ich den Ärmelkanal erreiche, hilft die deutliche Strömung zunächst deutlich, bremst später aber mit ablaufender Tide ebenso. Das wiederholt sich jetzt öfter.
Der Verkehr nimmt extrem zu.
Ich halte mich abseits der Verkehrstrennungsgebiete, quasi im Straßengraben. Der führt meistens mehr Wasser.
Es sind nun 4 Tage vergangen. In 2 Tagen soll das nächste Sturmtief durch den Kanal ziehen.
Erste "gale warnings" werden bereits von den regionalen Küstenfunkstellen durchgegeben.
Es wird kühler. 13°C im Schiff. Ich nutze erstmals die Bordheizung. Feine Sache.
Nach 6 Tagen auf See, laufe ich in Nieuwpoort, Belgien ein.
Es herrscht extreme Strömung in Windrichtung, quer zur Hafeneinfahrt. Ich habe Mühe, den Kurs zu halten und im rechten Fahrwasser zu bleiben. Nur mit Hilfe beider Motoren gelingt dies knapp.
Ich lege mich im KYCN (Koninklijke Yachtclub Nieuwpoort) an den Gaststeg.
Am folgenden Tag kommt der Sturm und bleibt 2 Tage.
Ich nutze die Zeit und das Internet für Facetime, Buchhaltung und Wetterrecherche.
3 lange Spaziergänge zeigen mir Nieuwpoort Bad und die (recht junge) Altstadt.
Neben mir liegt nur ein weiteres Boot, neben dem Croix du Sud in mehrfacher Hinsicht alt aussieht.
Der blaue, foilende Rennkatamaran GC32 EDMOND DE ROTHSCHILD und das Team Gitana bekommen jeden Tag Besuch von den Sponsoren.
Oft im Anzug/ Kostüm, t.w. mit Schlips und Tuch, steigen sie auf das - komplett offene, 10 m lange - Boot und lassen sich zeitweise sogar auf die Nordsee hinaus fahren.
Begeisterung in diesem Umfang, kann ich in nächster Zeit nicht aufbringen.







Nun kann ich Stefan wieder auf AIS sehen. Was für eine Autobahn der Ärmelkanal ist, sieht man an den Farben und den vielen Anzeigen. Stefan segelt mit der Croix du Sud quasi auf dem Radweg.
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