Die Portugiesen schauen zwar etwas schräg, wenn man sich mit "Gracias" bedankt, weisen dann aber lächend darauf hin, dass es hier "Grenada" heißt. Hoffentlich kann ich mir das merken.
Trotz der langen Überfahrt und unangenehmen Erfahrungen mit zu viel Wind und Welle, fühle ich mich besser als nach der ersten Woche zu den Bermudas.
Mein erster Besuch, gleich nach dem Einklarieren (in Europa!), führt in ein regionales, sehr einfaches Steakhouse.
Hier gibt es nur Einheimische, viele Familien. Als Nachtisch bestelle ich 2x mousse au chocolat.
Jetzt fühle ich mich schon wieder richtig gut. Das liegt wohl auch daran, dass ich mir ausnahmsweise, zur Feier der Etappe, eine kleine Flasche Rosé zum Fleisch gönne.
Beschwingt und mit irgendetwas in den Augen gehe ich zurück zum Boot, direkt bis ins Bett.
Ich schlafe gut und laufe am nächsten Tag viel und zügig mehrfach durch die Stadt, kaufe Obst und Gemüse ein, schaue mir den beachtenswerten Botanischen Park an.
Auch hier gibt es gutes Eis und öffentliches WLAN. Ich recherchiere Unterlagen zum zeitweise unzuverlässigen Autopiloten und das nächste Wetterfenster.
Letzteres öffnet sich schon morgen. Es gibt nicht viel Wind, maximal 10 Knoten, meistens von achtern.
Nicht das Schlechteste für eine erholsame 3. Etappe.
Ich verabrede mich mit Ricarda in La Coruna, Spanien. Hoffentlich hält der Wind bis dahin durch und wir sehen uns wenigstens 2-3 Tage.
Morgen werde ich noch ein vorzügliches, und schon peinlich preisgünstiges, 3-Gänge-Menü im absolut empfehlenswerten TASCA (, für die üblichen Zeiten muss man reservieren,) zu mir nehmen.
Danach bin ich gerade zu erpicht auf die nächsten Segeltage.
Ich werde ausklarieren, Diesel tanken und schon am Nachmittag wieder lossegeln.
Es wird eine ruhige, wenn auch taktisch anspruchsvolle, Überfahrt.
Keine besonderen Vorkommnisse, nur viele Winddreher, t.w sehr wenig Wind und Flaute.
Kreuzen vor dem Wind für eine (scheinbar) höhere Windgeschwindigkeit wird fast auf der ganzen Strecke notwendig. Zwischendurch fast 2 Tage Flaute, Segelschlagen, Suche nach Wind.
Ich freue mich immer, wenn der Motor ausgeschaltet werden kann und die Ruhe des Segelns zurückkehrt.
Oft gehe ich in Winddrehern mit dem Code-D bis zu 60° hoch an den Wind, um bei ca. 5kn wahrem Wind mehr Fahrt (bis zu 6kn) zu machen, soweit die Richtung weitestgehend stimmt.
Seit dem liebe ich dieses Segel. Es ist ein großes (115qm) Vorwindsegel mit relativ geradem, jedoch trimmbaren Vorliek und recht bauchigem Achterliek, ein Kompromiss aus Code-Zero und Gennaker.
Ihm ist es zu verdanken, dass ich, trotz sehr schwacher Winde, sicher, lediglich einen Tag nach Ricarda, früh morgens am 27.05.2018 gegen 0700 Ortszeit im Hafen von La Coruna eintreffe.
Gutes Essen ist eine angenehme und nicht zu unterschätzende Motivation!





Ich nehme mir frei, um Stefan zu besuchen und verlängere das Wochenende so weit wie möglich, um Stefan möglichst auch in Coruna anzutreffen. Sicher ist es nicht, aber es gelingt. Trotz schlechtem Wetter haben wir ein paar sehr schöne Tage und genießen unsere Zweisamkeit.
AntwortenLöschenEndlich komme ich wieder zum weiterlesen :)
AntwortenLöschenDas mit den Mousse au chocolat finde ich super. Ich hätt mir wahrscheinlich auch twei bestellt!!
Hast du dir ja auch verdient. Und du h die Motovation die du dadurch bekommen hast, hat es sich ja auch gelohnt!