Freitag, 15. Februar 2019

Wasserfälle Bolavenplateau

Draußen steht ein Mast.
An diesem schallen viele Lautsprecher in alle Richtungen und in erheblicher Lautstärke, verkünden auf Laotisch vermutlich die morgendlichen Parteinachrichten. Zumindest müssen wir das annehmen, denn das geht seit 06.30 Uhr so und der Ton ist zackig, bestimmt.
Sicher sind seit dem auch alle Einheimischen wach.
Die haben aber heute Nacht bestimmt nicht das erste Mal seit 10 Wochen gefroren.
Auf ca. 1.270m Höhe, in Pakxong, mitten auf dem Bolaven Plateau in Laos, haben wir heute übernachtet und es war, mit ca. 15°C, „sehr“ kalt.
Das wussten wir gestern morgen noch nicht.
Noch in Pakse, sind wir erstmalig aufgebrochen, ohne zu wissen, wo wir abends sein und nächtigen werden. Das schwere Gepäck im Hostel lassend, haben wir uns zu Fuß auf den Weg mit dem groben Ziel „Wasserfälle, Kaffeeplantagen, Weberdörfer auf dem Plateau“ aufgemacht. Nicht mal ein Transport war organisiert.
Öffentliche Verkehrsmittel - wie wir sie kennen - gibt es hier, außerhalb großer Städte, nur alle paar Stunden. TukTuks sind in Laos sehr klein. Man sitzt quasi neben dem Mopedfahrer auf einem offenen Beiwagen (ein Stahlgestell mit Sitzfläche). So ein Gefährt hält, nachdem wir schon etwas Weg zu unserem ersten Zwischenziel - dem Busterminal - zurückgelegt haben, neben uns. Wir einigen uns über den Preis und wenig später sind wir auch schon dort. „Jede Stunde fahren öffentliche Busse hoch auf das Plateau“. Zu diesem, um 09.00 Uhr startenden, werden wir auch sogleich geleitet. Der „Bus“ ist ein Kleinlaster mit beidseitigen Bänken auf der Ladefläche und einem belastbaren Dachgestell. Mit uns fahren 13 Einheimische, 1 Kanadier und 41.342 kleine Fische, verteilt auf 3 große Bottiche. Die Bodenfläche zwischen den Bänken und Beinen der Fahrgäste ist mit großen Taschen vollgestellt.
Dann geht es auch bald gleichmäßig, so, dass man es kaum merkt, bergauf. Beim Abzweig zum Tad Fan Wasserfall lässt man uns raus. Wir laufen noch ca. 1km über eine staubige Piste und werden danach nicht enttäuscht.
Nach einer Pause laufen wir ca. 4km zum nächsten, dem Tad Gneuang, Wasserfall. Der überwältigt uns so, dass Ricarda sich erst einmal abkühlen muss und wir ca. 2 Stunden dort bleiben.
Voller Optimismus bezüglich unseres Weiterkommens machen wir uns auf den Weg zurück zur Straße. Dort laufen wir aber noch ca. 8km, also gut 2 Stunden. Kein „Bus“ kommt. Ricarda hat schon Hüftschmerzen und hält dann einfach mal den Daumen raus. Prompt fahren wir per Anhalter die letzten 9km auf einem LKW mit.
Dann laufen wir nochmals 1km Schotterpiste und nehmen die erste mögliche Übernachtungsmöglichkeit.
Gutes Abendessen für 3$ (insgesamt), 8$ Übernachtung, dafür Nachts schweinekalt und morgens laut.
Das war jedoch Nichts im Vergleich zu dem, was wir heute noch erleben werden!




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