Samstag, 18. Mai 2019

Sagrada Familia von Antonio Gaudi

Zum zweiten Mal besuchen wir nun Barcelona. Während wir beim ersten Mal gemeinsam mit dem Flieger für ein verlängertes Wochenende kamen, landet Stefan nun mit dem Boot im Hafen und holt mich einen Tag später am Busbahnhof ab.
Beim letzten Mal sahen wir Gaudis sagenumwobene Kirche nur von außen. Wir hatten keine Chance ins Innere zu gelangen. Nun schlauer, habe ich für 64 Euro! zwei Karten online im Voraus gekauft. Zu einer festgelegten Zeit darf man dann hinein. Verpasst du sie, verfällt die Karte.

Wir radeln mit unseren kleinen Bergziegen zur Sagrada Familia, haben noch etwas Zeit und gönnen uns einen Kaffee in einem total überfüllten Lokal und einem erstaunlich fröhlichen aktiven Kellner. Er ist die Gäste mit Termindruck, aufgrund der festgelegten Eintrittszeit in der Kirche gegenüber, offensichtlich gewohnt und macht das Beste draus.
Nach einer Sicherheitsschleuse, von der sich wohl alle Flughäfen etwas abgucken können, landen wir relativ schnell vor dem Eingangsportal, das die Geburt darstellt. Eine Beschreibung würde einfach zu weit führen, aber dieses Portal wurde noch von Gaudi fertig gestellt: Jugendstil bis ins kleinste Detail, das Thema Geburt und Leben in jeder Figur und in jedem Bild. Jedes Material und jede Form folgen einem tieferen Sinn, einer Idee, einem Gedanken.
Beton und Bronze bilden ein Kunstwerk und das bereits am Eingang. Das Kircheninnere überwältigt beim Eintreten, denn man steht tatsächlich in einem lichten Wald mit hohen glatten Baumstämmen aus unterschiedlich farbigem Gestein, deren Äste und Kronen sich hoch über den Köpfen zu einem Dach spannen. Sogar das Licht fällt von oben durch die verzweigten Bögen und es glitzert wie die Sonnenstrahlen durch die Baumkronen in der Natur. Das Sonnenlicht taucht außerdem die gesamte Kirche in gelbes, oranges, rotes, grünes und blaues Licht, weil es durch große farbige Fenster scheint. Wir stehen in einem Kunstwerk, das man nicht nur von außen, sondern auch von innen besichtigen kann.
Der Audioguide führt uns und wir benötigen viel Zeit, um alles aufnehmen zu können. Im Keller finden wir dann außerdem noch ein umfangreiches Museum mit schneeweißen 3D-gedruckten Modellen. Unglaublich! Das muss man einfach gesehen haben und wahrscheinlich werden wir das teure Eintrittsgeld beim nächsten Barcelonabesuch noch einmal investieren.

Zu Gaudis 100. Todestag im Jahre 2026 soll die Kirche fertig werden. Das Haupteingangstor, das ungewöhnlicher Weise gen Osten Richtung Meer zeigt und mich im Modell an eine Orgel erinnert, muss noch komplett gestaltet werden. Auch einige Türme sind noch nicht fertig. Interessanter Weise erteilte man in diesem Jahr, 2019!, auch endlich die Baugenehmigung für die Kirche, deren Grundstein bereits 1882 gelegt wurde.
Na schauen wir mal, ob wir 2026 wieder hier sein können. Erst einmal geht es nun wieder gemeinsam auf dem Boot weiter Richtung Marseille.













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