Dienstag, 13. Juni 2017

Long way back home. Vom Nord-Ostsee-Kanal nach Rostock. Es reicht!

Heute geht es zur Schleuse nach Kiel und dann nur noch in die Ostsee.
Da zur Zeit an wohl 3 von 4 Schleusenkammern gebaut wird, fahre ich früh los und bin gegen 10.00 auch einer der Ersten im Wartebereich.
Als 3. Boot bekomme ich noch einen freien Platz am Steg, nachdem der Schleusenwärter mit deutlicher Ansage darauf hinweist, dass es noch "etwas" dauern wird. Dabei sind wir bisher noch nicht einmal eine Hand voll Boote.
Danach gibt es immer wieder einen neuen Ungeduldigen, der, entgegen der Schleusenregeln, im direkten Zufahrtsbereich warten will oder per Funk den Wärter nervt. Solche Kandidaten werden schon mal wirsch und auch für jeden Nichtsegler im Umkreis von sicher 3km höhrbar, über die sehr lauten Außenlautsprecher zurechtgewiesen. Wie unterhaltsam.
Die Berufsschifffahrt wird hier (nachvollziehbarer Weise) bevorzugt beschleust.

3 Stunden später liegen bereits 3 Boote längsseits an Croix du Sud (im Päckchen). Ingesamt warten nun wohl schon ca. 15 Boote.

"Wir" liegen nun schon mehrere Stunden im 6er-Pack. Es ist jetzt ca. 5.00 Uhr, Nachmittags. Der Wind weht nach dem gestrigen (Fast-)Sturm noch immer kräftig aus West. Ich muss daher meine "Nachbarn" mehrmals darum bitten, eigene Leinen bis an die Stegpoller auszubringen und öfter nachzuspannen. Die Klampen meines Bootes würden ansonsten ausreissen.
Da fehlt bei den meisten offenbar das (auch physikalische) Verständnis, was mir wiederum unverständlich ist.

Kurz nach 7.00 (p.m.) heißt es endlich, "jetzt die ganzen Sportboote".
Das sind inzwischen sicher um die 50 Stück.
Die Ersten werden, notgedrungen, die Letzten sein. So lege ich hinter allen anderen in der Schleuse am Laufsteg an. Hier stimmen die Hilfsbereitschaft und das Verständnis wieder. Ob jetzt alle wach sind? Gleich 2 Sportfreunde stehen auf dem Steg und nehmen mir die Leinen ab. Ich brauche nicht mal von Bord. Schon schiebt sich, 3 Meter hinter mir, das Tor zum Kanal wie ein riesiger Riegel langsam zu.
Gleich bin ich in der Ostsee!

Die Sportboote dürfen und müssen dann (wegen des erheblichen Schraubenwassers der Großschiffe) zuerst raus.
Ich fahre nur noch ein kleines Stück bis zur Mündung der Kieler Bucht. Bei schon tief stehender Sonne finde ich vor dem Westufer (gegenüber dem Denkmal Laboe) einen guten Ankerplatz, freue mich auf Morgen und schlafe schnell ein.


Ich bin gegen 0400 wach. Anker auf erfolgt, mit gesetzten Segeln, gegen 0500.
Jetzt nur noch um Fehmarn herum, dann geht es schnurstracks nach Hohe Düne/ Warnemünde.
Aber zunächst muss ich noch das Schießgebiet "Todendorf-Putlos" (Ja, das heißt wirklich so lustig.) in großem Bogen umfahren. Es gibt sogar zuverlässig "Begleitschutz" und sofortigen Anruf, wenn man sich der Sperrgebietsgrenze zu sehr nähert. Zumindest jetzt, während der Schießzeiten.

Danach läuft alles wie von allein. Wind von achtern. Code-D steht, Vorliek ist etwas gefiert. Das Großsegel deckt zu sehr ab und ist daher schon ordentlich ins Lazybag gefaltet und verpackt. Das werde ich nun sicher einige Tage nicht mehr brauchen. Es weht mit ca. 8kn, später nur noch 5-6. 
Die Ostsee ist ruhig. Es wird wieder milder.
Kühlungsborn kommt in Sicht, Heiligendamm ist auch zu erkennen und dann schon Warnemünde.


 
Am 14.06.2017 lege ich, genau um 19.00 Uhr am Steg B in Hohe Düne an.

Schon kurz darauf ist Ricarda am Boot und hat (Erdbeer-)Kuchen und Wein (Oder ist es Sekt?) sowie eine rote Tischdecke (Die hatte Sie doch eben noch auf dem Kopf!) mitgebracht.

Jetzt reicht es!
Ich bin offenbar sehr satt vom Segeln und Alleinsein.






  
 





2 Kommentare:

  1. Er kommt, er kommt, er kommt! Ich kann es kaum noch erwarten. Der Picknickkorb wird gepackt und ab nach Warnemünde. Nach 60 Tagen schließe ich ihn heil und gesund in meine Arme. Neptun sei Dank!

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  2. Da hättest du ja eigentlich schon fast einen Tag früher da sein können ;)

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