Donnerstag, 20. April 2017

Long way back home. Martinique nach Bermuda. Start.

Es regnet. Den ganzen Vormittag.

Gestern kamen die vorläufigen Registrierungspapiere per Luftpost.
Die deutsche Flagge habe ich angeknüppert (auch für den Versicherungsschutz).
Ich war mit dem Dinghy einkaufen. Verpflegung und Diesel, vorsorglich bis zu den Azoren.

Morgen soll ein Wetterfenster kommen, welches für den Törn zumindest bis Bermuda passt.
Ein letzter Besuch bei der netten Hafenmeisterin. Ausklarieren.
Ich gehe meine Checkliste durch.
Es ist nur wenig Seitenwind. Ich frage die Nachbarn trotz dessen nach Hilfe beim Ablegen.
Alle Leinen sind gelöst. Eine ist am Heck auf Slip gelegt.
Alles klar. Die Motoren laufen.

Langsam schieben sie das Boot aus der Box und laute, französische Rufe verabschieden mich.
Die Heckleine gleitet langsam durch meine linke Hand.
Wie herzlich die Franzosen immer sind! Und ich kenne die gar nicht.
Ich drehe mich zum Steg und hebe meinen rechten Arm, um die Grüße zu erwidern.
Nun sehe ich auch, was tatsächlich gemeint ist.
Das Landstromkabel steckt noch am Steg!!!
Kleiner Panikanfall. Aber die Franzosen sind flink, ziehen den Stecker heraus und werfen das Kabel beherzt zu mir. Zum Glück bewegt sich Croix du Sud nur ganz langsam, so kann ich die Gashebel stehen lassen und das Kabel fangen.
Alles gut und leicht peinlich.
Aber irgendetwas Aufregendes muss doch beim ersten Einhand-Ablegen passieren. Oder?
Da hatte ich noch Glück. Ich werde die Start-Checkliste entsprechend ergänzen.

Heute Abend ankere ich weiter draußen in der Bucht und befreie das Unterwasserschiff nochmal von Grünzeug, um dann morgen, in aller Frühe, Richtung Bermudas zu starten.




1 Kommentar:

  1. Ich bin zu Hause geblieben, weil ich arbeiten muss. Jeden Tag erreicht mich eine sms über das Satelitentelefon mit den Koordinaten, denn auf AIS ist er bald nicht mehr zu sehen. Wir zu Hause sind natürlich ein wenig beunruhigt. Hoffentlich geht alles gut. Schließlich ist er ganz allein auf seinem Boot. Ich beruhige mich und die Familie mit den täglichen Koordinaten. Außerdem erinnere ich mich immer wieder daran, dass ich Stefan ja kenne. Er weiß was er tut, geht immer auf Sicherheit.

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