Montag, 13. März 2017

Vorgeschichte. Letztes Buch. 2. Akt. 1. Szene. Heiß.

2 Tage bleiben mir auf Saint-Martin. Dann geht mein Flieger nach Hause.
Ich war mit der Absicht gekommen, zurück zu segeln.
Trotz dessen habe ich ein Rückflugticket, aber nur, weil Hin- und Rückflug, zusammen gebucht, mehrfach preisgünstiger sind, als ein One Way Ticket.
Nun werde ich also doch beide brauchen.

Es ist später Nachmittag. Ich bin gerade von einer Bustour nach Philipsburg (kann man sich sparen) zurück. Es ist angenehm warm und sonnig. Gleich werde ich zum Hafen gehen, ein Eis als Abendmahl essen und den Booten beim Liegen zugucken.

Ich verschließe gerade meine Zimmertür von außen, da ruft Pierre (Outremer La Grande Motte) an.

Er empfiehlt eine Outremer 42, zu der er erst gestern den Verkaufsauftrag erhalten hat.
Outremer 42? So ein Boot habe ich noch nie inseriert gesehen. Dieses Modell gibt es doch gar nicht.
Doch, doch. Es wurden 9 Stück etwa von 2005 bis 2007, auch hier fast durchweg als Eignerversionen (ein Rumpf nur für den/ die Skipper/in, anderer Rumpf meistens mit 2 Doppelbetten und einem "Gästebad") produziert.
Dies ist die Baunummer 5.
Genau die Mitte.

Da Boot liegt gerade in Martinique. Das wäre doch quasi "gleich um die Ecke".
Wenn ich Interesse an einer Besichtigung habe, sendet er mir gleich die Unterlagen.
Ansonsten hat er noch weitere vorgemerkte Interessenten auf der Liste, ich bin jedoch am "dichtesten" und daher zuerst "dran".
Der blufft doch!
Ok, die Unterlagen kann ich ja mal anschauen und zum Modell recherchieren.

Ich versuche, eine Nacht darüber zu schlafen. Es bleibt bei den Bemühungen.
Outremer 42 war der letzte Versuch, die sich damals androhende Insolvenz der Werft (der Katamaran-Boom begann erst ca. 2012) abzuwenden.
Es ist ein moderneres Modell, angesiedelt zwischen dem schon betagten 40er Katamaran und dem für seine überragenden Segelleistungen legendären 45 Fuß classic.
Nicht nur etwas voluminösere Rümpfe, sondern offenbar durchweg etwas größer als der 45er, nur eben 3 Fuß kürzer.
Zeitgemäßeres Erscheinungsbild, größerer Salon, Platz und feste Sitzmöglichkeiten im Cockpit.
Da Boot wirkt auf mich, wie die gestalterische Übergangsphase zwischen der 45er classic und der neuen, seit etwa 2013 erhältlichen, 45².
Der Zustand soll nahezu neuwertig sein, die Ausstattung sehr gut und überkomplett.
Der Preis scheint dafür angemessen, ist aber immer noch typisch Outremer.

Am frühen Vormittag buche ich einen Flug.
Gegen 15.00 Uhr werde ich auf Martinque sein.

Ich brauche das (bisherige) Rückflugticket also doch nicht.

Bild: Outremer. Merci beaucoup Pierre.

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