Nun soll es endlich! ein (kleines) Segelboot sein.
Für mehr reicht es eben zur Zeit nicht und wir wollen wieder mehr segeln gehen.
Ich entwerfe eine hochmoderne Gleitjolle incl. Rigg komplett neu.
Stich & Glue, Leichtbau, kein stehendes Gut, keine Fallen, nur 2 Schoten und je nach Wind 1 bis 2 Segel, asap (was in diesem Fall "as simple as possible" heißt :-).
Die Angebote für die Zuarbeiten und Materialien sind eingeholt, die Vertraulichkeitsvereinbarung mit dem Segelmacher meiner Wahl ist unterschrieben.
Ich beginne mit dem Zuschneiden der Negativspanten.
Das wird aber viel Arbeit bis zum kommenden Sommer.
Es ist kalt, die Garage ist eng.
Ich stehe auf.
Ich denke nach und sehe mich selbst (quasi als Klon neben mir stehend und, mit spitzen Ohren, wohl etwas von oben herab) an.
Steht der Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen?
Ist die Arbeit (auch mit Hilfe) überhaupt bis zur nächsten Saison zu schaffen?
Schließlich haben wir (Zwei) beruflich sicher noch für die kommenden 3 Jahre die Arbeit für Fünf zu erledigen.
Also, was mache ich hier eigentlich?
Ist es nicht so, dass ich oder gar wir beide, frei von Zwängen und konsequent denkend, ganz auf einem Boot, idealer Weise in wärmeren Gefilden, leben wollen?
Warum beginne ich dann den Bau einer Jolle, die nicht einmal eine Kajüte bekommen soll?!
Ich bin jetzt 41 Jahre alt. Oder jung? Das ist jetzt die Frage.
Wir schreiben das Jahr 2012.
Ich sehe unendliche Weiten, denke ich an ein eigenes, bewohnbares Segelboot und versuche ich mir vorzustellen, wie die dafür notwendigen Mittel und Wege aufgebracht sowie gegangen werden müssen.
Spock!!! Auf die Brücke!
Denke klar, denke logisch. Wie immer.
Aber entscheide und handle auch!
Ich beende sofort die Arbeiten an der Jolle und breche dieses Projekt ab.
Die OSB-Platten werde ich morgen zerschneiden. Übermorgen werden sie uns noch wärmen, bevor sie zu Asche werden.
Von nun an gibt es diesbezüglich nur noch ein deutlich erkennbares Ziel im Universum der Zukunft.
Bis wir dort sind, wird es noch ein paar Jahre dauern.
Aber wir sind (noch) jung!
Mopsgeschwindigkeit!



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