Dienstag, 3. Mai 1988

Vorgeschichte_Stefan: Was noch geschieht. Windsurfboards ab 1988

Not macht erfinderisch und Verzicht führt zu übertriebenem Hunger.
In der ARD gibt es zunehmende Dokumentationen zu entsprechenden Regatten/ Windsurf World Cups. Die aufkommenden Foliensegel machen den Sport, zusammen mit den beeindruckenden Geschwindigkeiten noch faszinierender.
Dass wir östlich von Lübeck diesbezüglich (un)praktisch von der Welt abgeschnitten sind, steigert die Illusionen zusätzlich.

So zeichne ich seit etwa einem Jahr Windsurfboards, berechne Volumen, sauge jede noch so kleine Information über dieses Thema auf.
Wieviel "scoop" braucht ein Waveboard? Welchen "tail lift" sollte ein Raceboard haben?
Und wir weit und wann sollte die Kante "tucked under edge" bis zum Heck durchgezogen werden?

Dass ein Board mit weniger als ca. 90 Liter Volumen bei wenig oder böigem Wind für Aufsteiger (vom Windglider ;-))) unfahrbar ist, ignoriere ich in jugendlichem Elan.
So wird mein erster Shape (nur 220cm lang, kompakt, ca. 85Liter) im doppelten Sinne ein Sinker.
Dass ich - als Experiment - einen negativen Rocker für schnelleres Angleiten vorsehe, ist auch nicht förderlich.

Also ein neuer Versuch im Frühjahr 1989.
Länger (314cm), mehr Volumen (120l), für weniger Wind.
Wieder ist es Papa, der dankenswerter Weise, "irgendwo?" passende Polystyrolplatten besorgt.
Ich fahre mit dem Zug in die Nähe von Halle und kaufe mehrere Flaschen Epoxydharz.
Das Glasgewebe bekommt man nur in 1qm Stücken.
Im folgenden Frühjahr erwerbe ich mittels Begrüßungsgeld in Lübeck mein erstes Windsurfsegel (Fanatic Power Boost).
Nun ist alles gut (bevor die Ansprüche weiter steigen).
Das Board lässt sich auch bei Flaute fahren, gleitet früh an (wenig Scoop, kaum Rocker), halst gut, wird bei ruhigem Wasser richtig schnell und fährt auch Höhe.

Wir dürfen jetzt auf die Ostsee. Die Partei hat es erlaubt.
Daher muss bald ein Waveboard folgen. Dank der nun vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten denke ich nicht mehr an einen Selbstbau sondern erwerbe ein gebrauchtes Custom-Board samt Rigg.
Das lässt sich auch in der Ostseewelle gut fahren.
Da dies meinem Selbstbau nicht so liegt, verkaufe ich ihn und erwerbe ein gebrauchtes Slalomboard (Custom, Nachbau eines Mistral Screamers). Das Board zieht nach 3 Jahren Wasser. Ich finde die undichte Stelle nicht.
Es wird durch ein modernes Tiga-Frühgleitbrett abgelöst. Das bricht dann gleich bei der ersten Session direkt vor dem Mastfuss sauber in 2 Teile und wird als Garantiefall ausgetauscht.

1997 ersetze ich beide Bretter und Riggs mit ON/Lorchshapes sowie weitgehend Neil-Pryde-Riggs.
Endlich was "Gutes".
Die fahre ich dann auch sehr lange, bis 2015, zuletzt aber nur noch 1-2 Mal pro Jahr.

2016 wird alles verkauft und Kitesurfen übernimmt die Brücke.



Photo: Prof. Dr. Stave - Besten Dank!








1 Kommentar:

  1. Du hast noch 1985 den schwedischen roten Windglider vergessen, auf deinem Wege zum Kitesurfer.

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