In einer Woche ist "Tag der Republik", ein stets sehr willkommener Feiertag, weil schulfrei.
Ich kann dann den ganzen Tag im Keller an meiner fernzusteuernden Segelyacht basteln.
Aber heute halte ich endlich meinen
Befähigungsnachweis zum Führen von Sportbooten (Sportmotorboot/ Sportsegelboot)
im Fahrtbereich
Binnengewässer und Seewasserstraßen
in den Händen.
Ein Jahr nachdem Papa diesen Schein, erstaunlicher Weise - so nehme ich zumindest an - ohne praktische Prüfung, erworben hatte, war ich alt genug, es ihm gleichzutun.
So fuhr ich 1985/86 in den Wintermonaten jeden Dienstagabend in die Südstadt zur Universität, Fachbereich Maschinenbau- und Schiffstechnik, in der Erich-Schlesinger-Straße.
Der Hörsaal war jedes Mal brechend voll. Ich war und wirkte so jung, dass ich wohl von niemandem für voll genommen und so stets ignoriert wurde.
Ich stand trotz dessen auf der Anmeldeliste zur theoretischen Prüfung, welche dann wohl Ende Februar stattfand. Lange vor dem Ablauf der Prüfungszeit, ich war etwa der 5., welcher die Prüfungsbögen abgab, verließ ich den Saal. Es gab, trotz der intensiven Vorbereitung mittels kursierender Blaupausen der Prüfungsfragen/-antworten, die üblichen Unsicherheiten.
Besonders die Lichterführung war damals wie heute das am schwierigsten einzuprägende Thema.
Welche und wieviele Fragen habe ich falsch beantwortet?
Um den Nachweis ausgehändigt zu bekommen, ist es, nach bestandener Theorie, notwendig, bei einem dazu berechtigten Segelsportverein, die praktische Prüfung abzulegen.
Da ich keinem solchen Verein angehöre, wird es zunächt notwendig, entsprechende Kontakte zu knüpfen, hier und dort zu fragen, wer denn eine solche Prüfung abnehmen würde.
Das dauert. Gerade wenn einem die zwischenmenschliche Direktkommunikation nicht so liegt.
Erst dieses Jahr im Sommer ist meine Prüfung organisiert.
In Gehlsdorf, im 1903 erbauten, von Paul Korff entworfenen, Klubhaus, sitzt der „Mecklenburgischen Jachtklub“ (wohl der ältesten der Region). In diesem Verein gibt es eine Jugendsportgruppe. Dort kann ich die Prüfung ablegen.
Das war nicht schwer. Ich darf einen 420er allein segeln und komme gut klar.
Aber das Aufschießen/ Anlegen direkt vor/an das Trainerboot muss ich 4 Mal wiederholen.
Damit habe ich jedoch den Befähigungsnachweis noch immer nicht in der Hand.
Dazu muss ich nun den, mir vom Prüfer ausgehändigten, Zettel in die Südstadt, zu einer Privatwohnung, bringen. In einer 5. Etage sitzt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, vermutlich schon in Rente, und empfängt mich Jungspund freundlich.
Allerdings nur mit den Worten, ich solle mich in ca. 6 Wochen wieder bei ihm einfinden. Den Zettel zur praktischen Prüfung wolle er behalten.
Und siehe da, ohne telefonische Anmeldung habe ich ihn heute besucht und auch angetroffen.
Meinen Befähigungsnachweis hat er mir, gegen eine Bearbeitungsgebühr, auch ausgehändigt.
Nun fühle ich mich ein großes Stück freier und erwachsener.
Ich darf ab sofort ganz allein und gefühlt (fast) überall segeln gehen.
Die Seewasserstraße endet 1987 in Rostock/ Warnemünde an der Einmündung der Warnow in die Ostsee/ einer gedachten Linie zwischen den Köpfen der Westmole und Ostmole.
Das erste Mal, dass die schwimmenden Behörden den "Befähigungsnachweis" verlangen und prüfen, wird erst 30 Jahre später sein. In der Wismarer Bucht. Denn ich werde dort vergessen, den Ankerball sofort zu setzen.
Zurück in die zukünftige Vergangenheit bzw. vergangene Zukunft?!
Vor dem wichtigen Feiertag kommt erst mal das Wochenende.
Ich werde also schon übermorgen wieder im Keller zu finden sein.
Ein Jahr nachdem Papa diesen Schein, erstaunlicher Weise - so nehme ich zumindest an - ohne praktische Prüfung, erworben hatte, war ich alt genug, es ihm gleichzutun.
So fuhr ich 1985/86 in den Wintermonaten jeden Dienstagabend in die Südstadt zur Universität, Fachbereich Maschinenbau- und Schiffstechnik, in der Erich-Schlesinger-Straße.
Der Hörsaal war jedes Mal brechend voll. Ich war und wirkte so jung, dass ich wohl von niemandem für voll genommen und so stets ignoriert wurde.
Ich stand trotz dessen auf der Anmeldeliste zur theoretischen Prüfung, welche dann wohl Ende Februar stattfand. Lange vor dem Ablauf der Prüfungszeit, ich war etwa der 5., welcher die Prüfungsbögen abgab, verließ ich den Saal. Es gab, trotz der intensiven Vorbereitung mittels kursierender Blaupausen der Prüfungsfragen/-antworten, die üblichen Unsicherheiten.
Besonders die Lichterführung war damals wie heute das am schwierigsten einzuprägende Thema.
Welche und wieviele Fragen habe ich falsch beantwortet?
Um den Nachweis ausgehändigt zu bekommen, ist es, nach bestandener Theorie, notwendig, bei einem dazu berechtigten Segelsportverein, die praktische Prüfung abzulegen.
Da ich keinem solchen Verein angehöre, wird es zunächt notwendig, entsprechende Kontakte zu knüpfen, hier und dort zu fragen, wer denn eine solche Prüfung abnehmen würde.
Das dauert. Gerade wenn einem die zwischenmenschliche Direktkommunikation nicht so liegt.
Erst dieses Jahr im Sommer ist meine Prüfung organisiert.
In Gehlsdorf, im 1903 erbauten, von Paul Korff entworfenen, Klubhaus, sitzt der „Mecklenburgischen Jachtklub“ (wohl der ältesten der Region). In diesem Verein gibt es eine Jugendsportgruppe. Dort kann ich die Prüfung ablegen.
Das war nicht schwer. Ich darf einen 420er allein segeln und komme gut klar.
Aber das Aufschießen/ Anlegen direkt vor/an das Trainerboot muss ich 4 Mal wiederholen.
Damit habe ich jedoch den Befähigungsnachweis noch immer nicht in der Hand.
Dazu muss ich nun den, mir vom Prüfer ausgehändigten, Zettel in die Südstadt, zu einer Privatwohnung, bringen. In einer 5. Etage sitzt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, vermutlich schon in Rente, und empfängt mich Jungspund freundlich.
Allerdings nur mit den Worten, ich solle mich in ca. 6 Wochen wieder bei ihm einfinden. Den Zettel zur praktischen Prüfung wolle er behalten.
Und siehe da, ohne telefonische Anmeldung habe ich ihn heute besucht und auch angetroffen.
Meinen Befähigungsnachweis hat er mir, gegen eine Bearbeitungsgebühr, auch ausgehändigt.
Nun fühle ich mich ein großes Stück freier und erwachsener.
Ich darf ab sofort ganz allein und gefühlt (fast) überall segeln gehen.
Die Seewasserstraße endet 1987 in Rostock/ Warnemünde an der Einmündung der Warnow in die Ostsee/ einer gedachten Linie zwischen den Köpfen der Westmole und Ostmole.
Das erste Mal, dass die schwimmenden Behörden den "Befähigungsnachweis" verlangen und prüfen, wird erst 30 Jahre später sein. In der Wismarer Bucht. Denn ich werde dort vergessen, den Ankerball sofort zu setzen.
Zurück in die zukünftige Vergangenheit bzw. vergangene Zukunft?!
Vor dem wichtigen Feiertag kommt erst mal das Wochenende.
Ich werde also schon übermorgen wieder im Keller zu finden sein.
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| Das Klubgebäude ca. 1925/ fast wie 1987 - Bild: https://www.mycr.de/verein/geschichte |



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