Mittwoch, 10. April 2019

Es geht weiter ... Almada


Da freut man sich, dass es nun endlich wieder weiter geht,
wir wieder neue Ufer erkunden und neue Aussichten haben werden und dann zeigt sich das Wetter weiterhin unbeständig, regnerisch und sehr böig. Wie macht man es richtig? Weiter warten und auf besseres Wetter hoffen? Wenn es wieder sommerlicher ist und das Thermometer deutlich über die aktuellen 16 Grad klettern wird, ist der Wind vielleicht wieder eingeschlafen. Also fahren wir los, dick und wasserdicht eingepackt lösen wir nach fast einem halben Jahr die Leinen und beginnen mit einem kleinen fünf-Seemeilen-Step unter Motor.

Wir checken also heute in der Marina Parque das Naciones im Pareiro do Neptuno aus. Ein wenig Abschiedsschmerz meldet sich auch mit einem flauen Gefühl in der Magengegend. Immerhin ist Lissabon doch ein wenig wie eine zweite Heimat für uns geworden.

Unter Motor geht es bei Sonne-Wolkem-Regen-Mix ein Stück Strom ab in die gegenüberliegende Bucht von Almada. So können wir die Vorsegel, die bisher noch im Winterlager liegen, etwas sicherer unter Anker setzen, da sich das Boot immer schön in den Wind legt und dieser dann von vorn kommt.

Bei 16 Grad habe ich mal wieder drei Hosen, drei Paar Socken, neben dem T-Shirt und dem Kaschmirpullover auch noch meine warme Wetterjacke an.

Almada lohnt sich für einen Ausflug am Nachmittag, der Park vor dem Castelo sowie die dazugehörige Aussicht und die Villa de Cerca hoch oben auf einem weiteren Felsen mit ihrem schönen, abwechslungsreichen Garten und natürlich wieder vielen grandiosen Aussichten auf Lissabon, dass nun auch der gegenüberliegenden Seite des Tejo liegt. Von hier gelangt man mit einem Fahrstuhl an der Felsenkante direkt zum Strand und kann dort entlang alter ruinöser Docks, die teilweise von jungen alternativen Cafés und Restaurants genutzt werden, entlang spazieren. Der Regen von heute vormittag hat sich verabschiedet und ab und zu scheint die Sonne kräftig, wenn sie nicht gerade von dicken Wolken verhüllt wird.

Das Anschlagen des Vorsegels wird am Abend dann doch zur Schwerstarbeit. Wir verzichten vorerst auf das zweite Passatsegel. Dafür schlägt das Vorsegel einfach zu hart im Wind und wir sind nicht heiß darauf, und blaue Flecken am eisenbeschlagenem Schothorn zu holen.

Schwankend koche ich unser Abendessen und die Wellen der stetig den Fluss kreuzenden Fähren schaukeln und dann sogar noch in den Schlaf.






In Almada müssen die Postboten sehr groß sein. 
Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr in der Tür 
den Briefkasteneinwurfschlitz entdecken.


2 Kommentare:

  1. Trotz aller Widrigkeiten: ich freue mich,dass ihr wieder mit dem Boot unterwegs seid! Auf viele neue Entdeckungen :)

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  2. Hallo auf See..... Ihr seid also wieder unterwegs mit dem Schiff. Allzeit gute Fahrt usw. Es ist ja wirklich spannend, was Ihr so alles erlebt und absolviert habt. Toll, und schön, daß man das so am Computer nachvollziehen kann. Dein Buch über LAOS hat Peter mir auch schon runtergeladen. Toll, was da so alles passierte und wie Du es beschreibst. Das kannst Du wirklich gut.Ich habe mich auch sehr zu den Geburtstagsgrüßen gefreut, nicht zu glauben schon 72. Ich drücke die Daumen, daß der Wettergott Euch immer den Wind beschert, den Ihr brauch und auch wirklich nicht mehr. Liebe Grüße aus Rostock und ein schönes Osterfest für Euch.

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